Therapie und Beratung
Wir können den Wind nicht ändern – aber die Segel anders setzen (Seneca).
Systemische Therapie mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder Unmögliches versucht werden (H. Hesse)
In der systemischen Therapie verstehen wir Symptome, wiederkehrende Konflikte und im Alltag sich ungünstig auswirkende Fühl- Denk-/ Verhaltensweisen als Lösungsversuch unseres körperlich-seelischen Systems, um mit akuten oder anhaltenden schweren Belastungen, ungünstigen Lebenssituationen und Stress umzugehen.
Systemische Psychotherapie ist indiziert, wenn Sie bei sich akute oder andauernde (chronische) Symptome beobachten, von denen Sie sich auf Ebene von Gedanken, Gefühlen oder Verhalten im Alltag stark beeinträchtigt fühlen. Wiederkehrende Schwierigkeiten in der Gestaltung von Beziehungen, Kommunikation und Interaktion können ebenfalls eine Indikation darstellen.
Mögliche Indikationsbereiche für eine systemische Therapie:
- Depressive Episoden und anhaltende depressive Stimmung/ Dysthymie
- Erschöpfungssymptome / Burn-Out / Mitgefühlserschöpfung
- Ängste, generalisiertes Sich-Sorgen, Phobien, Panikattacken, Erleben starker Unsicherheit in sozialen Situationen
- Erleben von Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen
- Störungen die Beziehung zum Essen betreffend
- interaktionelle Störungen/ Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
- Schwierigkeiten in der Verarbeitung von traumatisch wirkenden Erfahrungen/ posttraumatische Symptome
- Substanzgebundene und nicht-Substanzgebundene Süchte/ stärkstes Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Tätigkeiten
- somatoforme oder psychosomatische Störungen/ anhaltende Schmerzen oder körperliche Beschwerden ohne organischen Befund
- Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Erleben neurodivergenter Muster wie ADHS oder Hochsensibilität
- sexuelle Probleme oder Unlust/ Schwierigkeiten im Finden erfüllender Sexualität
- Partnerschaftskonflikte oder familiäre Krisen/ Traumata im Kontext von Partnerschaft und Familie
Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten
Selbstzahlende
Sie können die Psychotherapie selbst finanzieren. Ihre Krankenversicherung erhält keine Mitteilung. Dies kann in unterschiedlichen Situationen sinnvoll sein, z.B. wenn Sie nicht auf die Schritte einer Bewilligung angewiesen sein möchten oder wenn Sie nicht möchten, dass eine Diagnose gestellt wird. Die Kosten selbst gezahlter Therapie sind i.d.R. als sogenannte außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar.
Private Krankenversicherung/ Beihilfe
Erstgespräch und Probatorik sind antrags- und genehmigungsfrei. In der Regel wird die antragspflichtige Psychotherapie von den PKV / Beihilfestellen bis zu vollem Umfang bezahlt. Gegebenenfalls bleibt eine geringe Selbstbeteiligung, denn je nach Vertrag können unterschiedliche Konditionen gelten. Bitte klären Sie die Kostenübernahme und Bewilligungsschritte für die Psychotherapie frühzeitig und sorgfältig ab.
Freie Heilfürsorge
Polizei/ Feuerwehr/ Grenzschutz/ Bundeswehr. Wenn Sie Leistungen über die freie Heilfürsorge erhalten, so kann ein Erstgespräch direkt vereinbart werden. Bitte erkundigen Sie sich vorab über die Kostenübernahme und notwendige Antragsunterlagen. In der Regel bedarf es einer Kostenübernahmeerklärung bzw. einer Überweisung durch die Truppenärzt*in (Bundeswehr).
Gesetzliche Krankenversicherung
Wenn Sie auch nach langem Suchen keinen Therapieplatz bei einem PsychotherapeutIn mit Kassensitz erhalten haben (wiederholte Absagen, lange Wartelistenzeiten), so kann unter bestimmten Umständen die Möglichkeit bestehen, als gesetzlich versicherte Person eine Psychotherapie in einer Privatpraxis in Anspruch zu nehmen und die Kosten der Psychotherapie dabei im Rahmen des sogenannten Kostenerstattungsverfahrens durch die GKV (re-)finanzieren zu lassen.
Mögliche Settings oder die Frage, wer mit wem?
Psychotherapie versteht sich bisher meistens vordergründig als Einzelbehandlung. Als systemische Psychotherapeutin arbeite ich mit Ihnen besonders gerne im Mehrpersonensetting (Paartherapie, Familientherapie). Auch Gruppentherapie oder eine Kombination aus Gruppen- und Einzeltherapie ist möglich.
Einzelperson
Systemische Einzeltherapie kann indiziert sein, wenn Sie sich in einem vertrauensvollen Rahmen mit sich wiederholenden und als störend erlebten Denk- Verhaltens- oder Fühlweisen beschäftigen und diese verändern möchten. Durch systemische Fragen werden auch im Einzelsetting Ihre bedeutsamen Mitmenschen und Ihre Kontexte (Beruf, Privat-/ Familienleben, …) stets mitgedacht. Auch systemische Traumatherapie erfordert in der Regel die Arbeit im Einzelsetting.
Paare
Systemische Paartherapie kann sich als hilfreich erweisen, wenn wir in unseren partnerschaftlichen Beziehungen miteinander an Wendepunkte gelangen, die die Neu-Aushandlung bisheriger Rollen, Aufgaben, Regeln usw. erfordern. Partnerschaften entwickeln sich dynamisch über die Zeit und zugleich treten in unseren Partnerschaften bestimmte „innere Seiten“ von uns stets in Kontakt mit bestimmten „inneren Seiten“ unseres geliebten Gegenüber. Dabei können alte Verletzungen sich wieder zeigen, jeweilige Bedürfnisse scheinen sich zeitweise einander auszuschließen und Zielvorstellung dürfen miteinander neu ausgelotet werden.
Familie
Systemische Familientherapie kann die Möglichkeit bieten, um im Verbund unseres Herkunfts- und Gegenwartssystems an gemeinsam erschaffenen Interaktions- und Kommunikationsmustern zu arbeiten. In der Annahme, dass familiäre Muster, Werte, Normen und Konflikte als „Gemeinschaftsleistung“ entstanden sind und bisher aufrecht erhalten werden, so verstehen wir auch die Familienmitglieder und die geteilte Interaktion miteinander als größten Ort möglicher Ressourcen und wertvoller Veränderungsimpulse. Oft wirken auch Themen aus früheren Generationen hinein in unser heutiges Leben oder in das Leben unserer Kinder. Transgenerationale Ansätze können dabei helfen, um diese Erbschaften aufzulösen und den Weg frei zu machen für Neues.
Gruppen
Die Teilnahme an einer systemischen Gruppentherapie kann in besonderem Maße dazu verhelfen, neue Beziehungserfahrungen zu sammeln, in der Gemeinschaft der Gruppe neue Lösungsideen zu finden, alternative Sichtweisen zu erproben, neugierig auszuprobieren und sich zugleich im Erleben eines geteilten heilsamen Raumes empathisch zu begegnen. Eigene Erfahrungen der Teilnehmenden dienen untereinander oft als wertvolle Anregungen zu möglichen Veränderungen und Ressourcen können miteinander geteilt und bereichert werden.
Systemische Beratung
Systemisches Coaching
Wünsche sind Vorboten von Fähigkeiten (J.W. von Goethe)
Systemische Beratung und systemisches Coaching kann hilfreich sein, wenn Sie sich in Zeiten von Veränderung, in Entscheidungsambivalenzen oder mit unterschiedlichsten Fragestellungen Ihrer weiteren privaten oder beruflichen Lebensgestaltung wiederfinden. Wir arbeiten an der Erreichung konkreter Ziele oder an der Lösung klarer abgesteckter Anliegen.
Systemische Beratung und Coaching können Veränderungsprozesse unterstützen:
- Erleben von beruflicher Stagnation/ Wunsch nach beruflicher Veränderung
- Unsicherheit bei der Wahl von Studien- oder Ausbildungswegen
- Ambivalenz zum Wohnort
- Auflösung hinderlicher Glaubenssätze und Einstellungen
- partnerschaftliche oder familiäre Übergangszeiten
Kosten und Ablauf
Systemische Beratung und Coaching werden nicht von den Krankenkassen finanziert. Kosten für berufliches Coaching können i.d.R. steuerlich geltend gemacht werden. Für manche kann es hilfreicher wirken, über einen kürzeren Zeitraum intensiver am Prozess zu arbeiten, für andere erscheint ein Prozess über einen längeren Zeitraum mit größeren Terminintervallen als hilfreicher. Wenn Sie hier noch unschlüssig sind, unterstütze ich Sie gern, die passende Form für Sie zu finden und selbstverständlich kann sich dies auch während des Prozesses verändern.